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Hessische Rundfunk Filmförderung (HFF-hr)

Liste der geförderten Projekte aus der Jury-Entscheidung April 2009

Jury Hessische Rundfunk Filmförderung:
Valentin  Holch,   Hamburg
Dr. Lili  Kobbe,   Frankfurt a. M.
Dr. Susanne  Wolfram,   Leipzig


I.Drehbuch/Spielfilm

Titel
Incentive-Förderung FSL Filmproduktion: "Unter Druck" und "Lost in Spain"
Antragsteller
FSL Filmproduktion, Frank Stephan Limbach, Frankfurt a.M.
Fördersumme
20.000 Euro
Regie
Patrick Tauss / Helmer von Lützelburg
Inhalt
Die Frankfurter FSL Filmproduktion erhält Incentive-Förderung für zwei Spielfilmstoffe: In "Unter Druck" erzählt Matthias Herbert – erfolgreicher Autor zahlreicher deutscher TV-Krimis – die Geschichte eines Frankfurter Drogenfahnders, der selbst heroinsüchtig wird. Im Mittelpunkt der schwarzen Komödie "Lost in Spain" (Drehbuch: Markus Klug und Helmer von Lützelburg) stehen Tim und Wuppi, ein schwules Pärchen Mitte 40, das an der Costa del Sol ein unbeschwertes Leben mit der Rente von Wuppis Mutter genießt. Einziger Haken: Wuppis Mutter ist seit Jahren tot.
 

II.Produktionsvorbereitung/Dokumentarfilm

Titel
Innere Welt der Klänge
Bemerkung
Farbe, 52 Min./80 Min.
Antragsteller
Picta Film, Regina Busch, Frankfurt
Fördersumme
13.000 Euro
Regie
Regina Busch
Inhalt
Komponieren ist ein Prozess, der im Inneren des Künstlers oder, gänzlich abstrakt und unsinnlich, auf einem Blatt Papier stattfindet und sich deshalb unserer Anschauung entzieht. Mit Detlev Glanert, einem der bedeutendsten jüngeren Komponisten unserer Zeit, sollen wir in die innere Welt des künstlerischen Schaffensprozesses eintauchen. Regina Busch will ihn während der Arbeit an seiner Oper "Das Holzschiff" begleiten, die im Oktober 2010 an der Staatsoper Nürnberg unter der Regie und Choreografie von Johann Kresnik uraufgeführt wird. Eine Reise in die Welt der Proben, Arbeitsmeetings und künstlerischen Diskussionen – und in den Kopf eines Komponisten.
 

Titel
Stadt - Land - Fluß 2010
Bemerkung
Farbe, 6 x 90 min
Antragsteller
Roland Blum Filmproduktion, Niedernhausen
Fördersumme
6.000 Euro
Regie
Roland Blum
Inhalt
Im Jahr der Wende bereiste der Filmemacher und Kameramann Roland Blum die damalige DDR und dokumentierte in "Stadt - Land - Fluß" die Umwelt- und Lebensbedingungen im DDR-Alltag. Zehn Jahre später griff er für eine Fortsetzung des Films und eine ZDF-Dokumentation die Thematik wieder auf und zeigte, wie sich in den zehn Jahren nach dem Mauerfall die Umwelt und die Lebensbedingungen der Menschen radikal verändert hatten. Heute, erneut zehn Jahre später, will Roland Blum in einer großen Kino-Dokumentation und einer 6teiligen TV-Serie die drei Zeitfenster miteinander verbinden. Sein umfangreiches Material erlaubt den Blick auf 20 Jahre deutsche Kultur-, Stadt- und Landschaftsgeschichte.
 

Titel
Zwei Mütter, drei Söhne
Bemerkung
Farbe, 90 Min.
Antragsteller
Stoked Film, Robert Malzahn, Frankfurt a.M.
Fördersumme
7.000 Euro
Regie
Annette Ernst
Inhalt
Caro und Petra sind ein lesbisches Paar in Frankfurt, das mit Hilfe eines Samenspenders bereits zwei Söhne bekommen hat. Der dritte Sohn wird im Juni 2009 erwartet. Petra arbeitet bei einem Farbengroßhändler, Caro schiebt Schichtdienst als Krankenschwester. Wie werden die zwei Mütter mit ihren drei Söhnen klarkommen - und die drei Söhne mit ihren Müttern? Jedes Jahr soll die wachsende Familie für einige Tage mit der Kamera begleitet und beobachtet werden. Die Frankfurter Autorin und Filmemacherin Annette Ernst hat sich u. a. mit ihrem Grimme-Preis-prämierten Debüt "Kiss and Run" einen Namen als Spielfilmregisseurin gemacht. Jetzt plant sie ein kritisches Familienporträt als dokumentarische Langzeitbeobachtung.
 

III.Produktionsvorbereitung/Animationsfilm

Titel
Lost Amazon
Bemerkung
Farbe, 90 Sek.
Antragsteller
Fiftyeight 3D Animation & Digital Effects, Frankfurt a.M.
Fördersumme
25.000 Euro
Regie
Timm Osterhold, Antonio de Campos
Inhalt
Die Frankfurter Effektschmiede Fiftyeight 3D Animation & Digital Effects GmbH erhält Förderung für die Entwicklung eines Trailers, der das abendfüllende Animationsfilmprojekt "Lost Amazon" potentiellen Partnern und Koproduzenten vorstellen soll. Der vollanimierte Trailer präsentiert die liebevoll gestaltete Hauptfigur, den Amazonas-Jungen Yano, sowie einige Schauplätze des geplanten Films.
 

IV.Produktion/Spielfilm

Titel
Im Alter von Ellen
Bemerkung
Digital/35mm, Farbe, 95 Min.
Antragsteller
Pandora Film Produktion, Claudia Steffen, Frankfurt a.M.
Fördersumme
50.000 Euro
Regie
Pia Marais
Inhalt
Für ihren Spielfilm "Die Unerzogenen" erhielt Pia Marais 2007 den Preis der deutschen Filmkritik für das beste Debüt des Jahres. In ihrem neuen Spielfilm – einer deutsch-französischen Koproduktion der Pandora Film Frankfurt – wird sie von der weltgewandten, aber nur scheinbar selbstbewussten Flugbegleiterin Ellen erzählen, die in Frankfurt lebt und sich plötzlich mit radikalen Veränderungen in ihrem Leben konfrontiert sieht. Nachdem sie Lebensgefährten und Arbeit verliert, trifft Ellen auf eine Gruppe von Tierschutzaktivisten. Ihr wird klar, dass sie zum ersten Mal im Leben für etwas kämpft, das ihr wichtig ist. Doch auch diese Begegnung bleibt nur eine Station auf ihrem Weg in ein neues Leben.
 

Titel
Die Schlafkrankheit
Bemerkung
35mm, Farbe, 105 Min.
Antragsteller
ö Filmproduktion Frank Löprich & Katrin Schlösser, Berlin
Fördersumme
50.000 Euro
Regie
Ulrich Köhler
Inhalt
In seinen ersten beiden, in Hessen gedrehten und vielfach preisgekrönten Filmen "Bungalow" und "Montag kommen die Fenster" untersuchte Ulrich Köhler mit eigenwilliger Filmsprache und subtilem Humor die deutsche Mittelschichtsseele. Er wurde dafür zweimal mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet. Mit seinem neuen Spielfilmprojekt "Die Schlafkrankheit" verlässt Ulrich Köhler das vertraute Terrain. Er erzählt aus dem Leben des Entwicklungshelfers Ebbo Velten, der vor einer unmöglichen Wahl steht: er muss das Leben in Afrika aufgeben und nach Deutschland zurückkehren – oder er verliert die Frau, die er liebt.
 

V.Produktion/Dokumentarfilm

Titel
Der Erzähler
Bemerkung
Farbe, 90 Min.
Antragsteller
bri:ga:da, Anatoli Skatchkov, Frankfurt a.M.
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Anatoli Skatchkov
Inhalt
Schon in seinem Essay "Der Erzähler" von 1936 erkannte Walter Benjamin, dass wir die Fähigkeit des Erzählens zu verlieren drohen. Erfahrungen werden entäußert, an ihre Stelle tritt der reine Schein: Fotografie, Kino, Fernsehen. Zwischen Mensch und Realität schiebt sich das Bild und die Nachricht. Kann man heute noch erzählen, "einfach so"? Wie lassen sich Erfahrungen überhaupt vermitteln? Anatoli Skatchkov will von Erzählern erzählen. Ort und Protagonisten des Erzählens mögen sich verändern, aber die Themen sind geblieben. Sind Künstler, Handwerker, Architekten, Designer und Modemacher möglicherweise die Erzähler von heute?
 

Titel
Falterwelten
Bemerkung
Farbe, 90 Min.
Antragsteller
Avanti-Film, Christoph Schuch, Wiesbaden
Fördersumme
50.000 Euro
Regie
Christoph Schuch
Inhalt
In seinem neuen Film zeigt Christoph Schuch Menschen auf verschiedenen Kontinenten, die die gleiche Leidenschaft verbindet: Schmetterlinge. Zwei Tiroler Forscher berichten von Faltern in den Alpen, die Kälte und Schnee trotzen. Ein berühmter Illustrator erklärt in seiner "Werkstatt der Schmetterlinge" wie Falter eigentlich entstanden sind. Im Norden Thailands besucht der Wiesbadener Filmemacher Menschen, deren Lebensunterhalt vom seidenen Faden kleiner Raupen abhängt. In schwäbischen Labors trifft er auf Ingenieure, die sich bei Motten und Schmetterlingen die Tricks der Natur abschauen. Und er feiert in einem Tal in Mexiko mit Millionen von Monarchfaltern das Ende ihrer 4000 Kilometer langen Reise.
 

Titel
Mut zum Aufbruch - Die Braun-Design-Story
Bemerkung
DigiBeta, Farbe, 45 Min.
Antragsteller
oecklfilmtv Produktionen, Köln
Fördersumme
30.000 Euro
Regie
Dieter Oeckl
Inhalt
Braun ist eine Design-Legende, deren wagemutige Entwürfe bis heute weltweit Maßstab und Vorbild sind. Schlüsselfiguren des Unternehmens waren die Frankfurter Unternehmer Erwin und Artur Braun, die die Gunst der Stunde Null nach dem Krieg nutzten, um aufzuräumen mit deutschem Pathos und Biedersinn. Mitte der 1950er Jahre überraschten sie ihre Zeitgenossen mit Design-Kreationen, deren provokante Nacktheit wie ein Kulturschock wirkte. Dieter Oeckls Film rekapituliert die Erfolgsgeschichte aus dem Wirtschaftswunderland. Schauplatz ist das 'Neue Frankfurt' der 1950er und 60er Jahre mit seiner Aufbruchsstimmung und seinem Treibstoff: dem Jazz, der die jungen Wilden inspirierte. Zu Wort kommen Weggefährten, Freunde und Nachfahren der Familie Braun.
 

Titel
Von Kindern
Bemerkung
HD/35mm, Farbe, 90 Min.
Antragsteller
teamWorx Television & Film GmbH, Jochen Laube, Ludwigsburg
Fördersumme
40.000 Euro
Regie
Niko Apel
Inhalt
Samuel ist zwölf und dreht einen Dokumentarfilm über seine Mutter: über ihre Arbeit als Putzfrau, ihre Aufgaben als alleinerziehende Mutter und ihre Rolle als Respektsperson der Ghanaischen Gemeinde. Gavin ist zehn, Schüler der jüdischen Schule in Frankfurt und verrückt nach Schach. Er dreht einen Film über die härtesten Konkurrenten seiner Altersklasse. Karina ist elf und ihr filmisches Thema ist die Liebe in einem Seniorenheim. Sie möchte mit Menschen sprechen, die mehr Erfahrung auf diesem Gebiet haben als sie selbst. Zusammen mit seinem Kameramann Mathias Prause wird Niko Apel die drei Kinder aus seiner Heimatstadt Frankfurt begleiten und beobachten, wie sie sich den Themen des Alltags stellen, wie sie Kameras und Interviews führen, um auf Entdeckungsreise zu gehen.
 

VI.Produktion/Kurzspielfilm

Titel
Parkour - The Art of Displacement
Bemerkung
Farbe, 3 Min.
Antragsteller
Frank Sauer, Darmstadt
Fördersumme
4.000 Euro
Regie
Frank Sauer
Inhalt
Seit einigen Jahren erklären junge Extremsportler weltweit den dichten, unzugänglichen, durchreglementierten urbanen Raum zu ihrer Spielwiese. Eine An-Eignung und Ver-Wendung der öffentlichen Sphäre, die aneckt, die Grenzen und Verbote bewusst überschreitet. Und eine puristische Sportart, die ohne Hilfsmittel auskommt, die Schnelligkeit, Kraft, Reaktionsvermögen und Kreativität verlangt. Parkour ist die Trendsportart der letzten Jahre. Innerhalb kürzester Zeit hat sich eine riesige Internet-Community gebildet. Frank Sauers Abschlussprojekt an der Hochschule Darmstadt spielt über den Dächern Frankfurts und will – mit Superzeitlupen und subjektiver Kamera – Perspektiven wagen, die den meisten von uns bisher verborgen blieben.
 

VII.Produktion/Animationsfilm

Titel
Lauf, Jäger, lauf
Bemerkung
Digital/35mm, Farbe, 2 Min.
Antragsteller
Raphael Wahl, Kassel
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Raphael Wahl
Inhalt
Weidmannsheil! Der Jäger pirscht mit der Flinte bewaffnet durchs Unterholz und nimmt die Spur auf. Der Hirsch ist zwar meist in Reichweite, offenbar aber auch immer eine Nasenlänge voraus. Als der Hirsch schließlich den Jäger mit einem lauten Röhren von hinten erschreckt, ist nichts so wie es im ersten Moment schien... Raphael Wahl dreht seinen klassischen Trickfilm in lockerem, skizzenhaftem Zeichenstil mit Aquarell-Kolorierung.
 

Titel
Pierre und der Spinatdrache
Bemerkung
DigiBeta, Farbe, 4 Min.
Antragsteller
Hélène Tragesser, Kassel
Fördersumme
15.000 Euro
Regie
Hélène Tragesser
Inhalt
Pierre ist vier Jahre alt und mag keinen Spinat. Ungefragt bekommt er ihn mal wieder auf den Teller geladen. Doch auf dem Teller bewegt sich etwas Verdächtiges. Ein grüner, böser Spinatdrache! In seiner Fantasie wird Pierre zum mutigen Ritter. Der Drache scheint unbesiegbar, bis Pierre dessen Schwäche entdeckt: Spinatdrachen sind essbar! Hélène Tragesser realisiert ihren Abschlussfilm an der Kunsthochschule Kassel als klassischen Animationsfilm.
 

VIII.Produktion/Experimentalfilm

Titel
The Rise of the Underground
Bemerkung
16mm, Farbe, 60 Min.
Antragsteller
Anja Czioska, Frankfurt a.M.
Fördersumme
20.000 Euro
Regie
Anja Czioska
Inhalt
Wer hält Frankfurt am Kochen? Wie hat sich die Kunst-/Club-Off-Szene in Frankfurt entwickelt? Und wer ist darin involviert? Anja Czioska macht sich als rasende Reporterin auf die Spurensuche dieser versteckt blühenden Spezies und trifft auf allerlei Merk- und Denkwürdigkeiten. Es grüßen Künstler, Direktoren, Kuratoren, DJs, Clubbesitzer und andere Kreativgeschöpfe der Stadt. Eine wahrhaft experimentelle Reise auf 16mm, mit Musik von Frankfurter Bands, Musikern, DJs und Labels.
 

IX.Verleih/Vertrieb/Dokumentarfilm

Titel
Das Schreiben und das Schweigen. Die Schriftstellerin Friederike Mayröcker
Bemerkung
DigiBeta, Farbe, 90 Min.
Antragsteller
Carmen Tartarotti-Filmproduktion, Frankfurt a. M.
Fördersumme
10.000 Euro
Regie
Carmen Tartarotti
Inhalt
Über mehrere Jahre hinweg hat Carmen Tartarotti die heute 84-jährige Friederike Mayröcker in ihren Wohnungen und auf ihren Lesereisen begleitet und befragt, meistens allein mit Kamera und Mikrofon, wie es sich die Protagonistin ausdrücklich gewünscht hatte. "Ich hab' gedacht, es soll ein Film über das Schweigen werden. Das Schreiben und das Schweigen. Aber wie macht man das? Vielleicht ist es bei anderen Autoren so, dass sie beim Sprechen andere Sachen hervorholen aus ihrem Hirn, während ich nichts hervorholen kann. Ich mag nicht sprechen! Und auf dieser Grundlage werden wir unseren Film aufbauen. Das machen wir!" (Friederike Mayröcker). "Das Schreiben und das Schweigen", uraufgeführt bei der Viennale 2008, erhält Verleihförderung.
 

X.Sonstiges/Festival

Titel
Lichter Filmtage Frankfurt 2009
Antragsteller
Lichter - Filmtage Frankfurt, Gregor Maria Schubert, Frankfurt
Fördersumme
5.000 Euro
Inhalt
Die 2. Lichter Filmtage Frankfurt bieten mit 25 Filmen und verschiedenen Kurzfilmen einen umfassenden Überblick über das Filmschaffen in der Rhein-Main Region und zugleich Gespräche rund um die regionale Filmkultur. Mit seiner Gründung 2008 hat das Festival eine Tradition gestartet und einen Preis gestiftet, der Aufmerksamkeit schaffen und Engagement fördern soll. Jenseits - wenn auch nicht ganz abseits - der Debatten um den Medien- und Kulturstandort Rhein-Main kann das Publikum der Lichter Filmtage die Vielfalt der regionalen Produktion entdecken.